Als Imker ist man zunächst bemüht, ein Volk in seiner Behausung zu halten. Wir wollen das unkontrollierte Schwärmen verhindern. Ein Volk in der Obhut eines Imkers lebt daher anders als ein in der Natur lebendes Volk. Dieses Volk würde regelmäßig schwärmen und es würde nach einigen Jahren die Behausung verlassen und aufgeben. Dies ist Teil des Hygieneverhaltens der Bienen und vermindert die Gefahr des Ausbruchs von Krankheiten und der Ausbreitung von Parasiten. Wir unterdrücken das Verhalten, die Behausung zu wechseln und über- nehmen damit eine Verantwortung gegen- über den Bienen. Die meisten Aufgaben des Imkers ergeben sich aus dieser Ver- antwortung. Verschiedene Methoden der Imkerei, die Betriebsweise, versuchen den Auf- gaben auf ihre Weise gerecht zu werden.

 

Raummanagement

Ein gesundes Volk wächst und kommt an die Grenzen seiner Behausung. Als Reaktion teilt sich das Volk und bildet einen Schwarm. Wollen wir das verhindern, müssen wir dem Volk mehr Raum durch das Aufsetzen einer weiteren Zarge (zweite Brutzarge) geben. Später wird ein Honigraum aufgesetzt, um Platz zu schaffen für die (Winter-)Vorräte der Bienen.

Entnehmen wir den Honig oder verkleinert sich das Volk im Herbst, so ist es an uns , den Honigraum und gegebenenfalls die obere Brutzarge wieder abzunehmen. Ein kleines Volk in einer zu großen Beute kann im Winter "die Heizkosten nicht tragen". Wir übernehmen das Raummanagement des Bienenvolkes.

 

Familienplanung

Auch wenn wir unsere Imkerei nicht vergrößern wollen, müssen wir uns um die Vermehrung unserer Völker kümmern. Bienenvölker sterben mit der Zeit, egal wie gut wir unsere Sache machen. Daher bilden wir Ableger aus unseren Völkern. Egal ob Kunstschwarm, Brutableger oder Fegling – es ist immer mit einer Erneuerung des Volkes verbunden. Hinzu kommt eine kontrollierte Umweiselung in den Wirtschaftsvölkern. Durch den Einsatz von gezüchteten Königinnen können wir das Verhalten der Völker beeinflussen.

 

Wabenhygiene

Mit der Zeit befallen Parasiten ein Bienenvolk. Unterschiedliche Milben und Wachsmotten versuchen, in Beuten einzudringen und dort ihren Nachwuchs zu versorgen. Bakterien und Sporen lagern sich in den Brutzellen ab, ohne dass wir Symptome einer Krankheit bei unseren Bienen feststellen. Im Wachs können sich Schadstoffe aus der Umwelt anreichern. Wabenhygiene bedeutet, dass wir regelmäßig alte Waben herausnehmen und dadurch die Wabenerneuerung fördern.

 

Vorratshaltung

Wir nehmen bei der Honigernte den Bienen die Vorräte. Das müssen wir durch die Gabe vom Futter ausgleichen. Wintereinfütterung und Notfütterungen bei Trachtlücken liegen in der Verantwortung des Imkers.