Die "Goldene Wabe"

Auszüge aus der Laudatio Franz-Josef Löchtekens anlässlich der Verleihung der Goldenen Wabe an Johann Weidemann:

 

Für hervorragende und beispielhafte Leistungen für die Imkerei und die Honigbiene im Bereich des Imkervereins Rhede und des Kreisimkervereins Borken wird Johann Weidemann die Goldene Wabe des Landesverbandes Westfälischer und Lippischer Imker verliehen.

 

Johannes Weidemann war darin seiner Zeit weit voraus. … Er wusste, dass nur durch die stetige, fleißige Bestäubung in der Natur durch die Honigbiene, als das Bindeglied zwischen den verschiedenen Lebewesen und Arten, das Leben und Überleben und die Anpassung an die sich verändernden Bedingungen möglich ist. …

 

Johann Weidemann war und ist für seine Imkerfreunde stets ein Vorbild.

 

Ich freue mich, im Namen des Landesverbandes Westfälischer und Lippischer Imker und des Kreisimkervereins Borken

 Johann Weidemann

 

für hervorragende und beispielhafte Leistungen für die Imkerei und die Honigbiene im Bereich des Imkervereins Rhede und des Kreisimkervereins Borken die Goldene Wabe des Landesverbandes Westfälischer und Lippischer Imker verleihen zu dürfen. Die Goldene Wabe ist die höchste Auszeichnung unseres Landesverbandes für Verdienste auf regionaler Ebene.

 

Im Namen des Kreisvorstandes, besonders auch unseres Ehrenvorsitzenden Hans Vennes und der gesamten Imkerschaft des Kreises Borken übermittle ich Dir, lieber Johann, herzliche Glückwünsche und unseren aufrichtigen Dank für Deine Verdienste um die Honigbiene, die Imkerei und die Natur.

 

 

Rhede, 5. Januar 2017

 

Franz-Josef Löchteken

1. Vorsitzender des Kreisimkervereins Borken


Imkerlicher Lebenslauf von Johann Weidemann

  • Mit 17 Jahren bekam er von seinem Lehrmeister das erste Bienenvolk geschenkt.

  • Nach dem Krieg meldet er sich 1948 im Imkerverein Rhedebrügge an. Bei der Anmeldung war es damals üblich, im Imkerverein über die Aufnahme neuer Mitglieder innerhalb der Vereinsmitgliedschaft abzustimmen. Die Imker bekamen damals eine Zuteilung des Zuckers für das Winterfutter, und einige alteingesessene Imker befürchteten, dass dieser Neuimker die Zuteilung des Zuckers nicht für die Bienen sondern für den privaten Haushalt benutzen könnte.

  • 1950 begann Johannes Weidemann damit Königinnen für die Imker des Imkervereins zu züchten. Diese Aufgabe erfüllte er bis 2012.

  • In den 50er Jahren pflanzte er Bienennutzhölzer an Straßen, Wegen, Wallhecken und Waldrändern. Dies zu Anfangs manchmal sogar heimlich.

  • 1963 Ehrennadel des DIB in Bronze.

  • 1972 Ehrennadel des DIB in Silber.

  • 1978-1979 fand er die erste Varroa-Milben an seinem Bienenstand.

  • In den 80er Jahren führte er immer wieder Schulklassen und Jugendgruppen auf seinem Stand und erläuterte die ökologische Aufgabe der Imkerei, um die lokale Jugend für die Natur, Umwelt und Bienen zu begeistern.

  • Ab 1982 Umstellung auf Magazinimkerei.

  • Von 1983 bis 2013 pflegte er den Schaukasten des Imkervereins.

  • Seit Ende der 80er führte er als erster die Behandlung der Bienenvölker gegen Varroa mit Ameisensäure im Imkerverein Rhede ein.

  • 1987 Ehrennadel des DIB in Gold.

  • In den 90er Jahren begann er mit seinem Sohn die Herstellung von Mittelwänden mit einem eigenem Wachkreislauf.

  • 1996 erfolgreiche Teilnahme am Lehrgang „Erzeugung von Qualitätshonig“.

  • 1998 Ehrenmitglied des Landesverbandes Westfalen Lippe.

  • 1999 tatkräftige Hilfe beim Aufbau des Lehrbienenstandes für die Stadt Rhede. Hilfe bei den Holzarbeiten und beim Dachdecken etc. Erstellen und Schnitzen der lebensgroßen Imkerpuppe mit Imkerhut und Pfeife. Schnitzen von Schildern und Aufstellen von Infotafeln.

  • 2008 Ehrenmitglied im Imkerverein Rhede.

  • 2010 beim Besuch des Imkerstandes auf den NRW-Genusstagen dankte der Minister für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, NRW, Eckhard Uhlenberg, Johann Weidemann persönlich für seine langjährige Arbeit für den Natur- und Umweltschutz, der mit damals 93 Jahren 12 Völker bewirtschaftete.
  • 2016 Er bewirtschaftet zusammen mit seinem Sohn weiterhin seine Völker und steht ihm mit Rat zur Seite. Bis dahin ist seine Erfahrung und sein Rat bei den Imkern im Verein gefragt. Auf Wunsch besucht er die Stände von Vereinsmitgliedern und gibt vor Ort Hilfen und Ratschläge.

  • Durch intensives Studium der neuesten Fachliteratur, Berichten und Forschungs-ergebnissen hält er sich immer noch auf der Höhe der Zeit und gibt seinem Sohn wichtige Hinweise und Tipps für die Arbeit an den Bienen.